HISTOKLICK PLUNDERMELKSHOEK

Plundermelkshoek oder auch Plunnermelkshoek ist ein in sich geschlossenes Viertel (Kluft) hinter dem Schüttorfer Rathaus. Begrenzt durch die Vechte im Osten, der Bleiche im Nordern und durch die Föhnstraße im Westen. Woher der Name stammt ist nicht geklärt. Plundermelk ist eine durch ein Tuch (Plodden) gefilterte saure Milch, die mit frischer Milch gemischt wurde. Sie wurde früher vor allem von nicht wohlhabenden Schüttorfern mit Zwieback oder eingemachtem Obst gegessen. Von daher liegt es nahe, dass dieses Viertel wohl seinen Namen aus dem Grund erhalten hat, weil hier überwiegend kleinere Handwerker und Ackerbürger, später auch Fabrikarbeiter gewohnt haben. Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein war der Plundermelkshoek geprägt von kleinen Ackerbürgerhäusern und engen Straßen mit einem sehr groben Kopfsteinpflaster. Hier war die Bebauung sehr eng, und nur wenige Häuser besaßen einen nennenswerten Garten. Die wenigen Fotos vom Beginn des 20. Jahrhunderts zeigen, dass der Zustand des Viertels sehr zu wünschen übrig ließ. Andere Fotos hingegen legen nahe, dass die Zahl der Kinder hier wohl sehr hoch war und es auch eine sehr intakte Nachbarschaft gab. Heute befinden sich im Plundermelkshoek kaum noch Handwerker, es ist ein reines Wohngebiet mit meist immer noch sehr kleinen Häusern. Viele alte Gebäude sind nach der Stadtteilsanierung gegen Ende des 20. Jahrhunderts durch neue Häuser ersetzt worden. Nur wenige sind erhalten geblieben und wurden aufwändig restauriert. Mit der Sanierung ist auch der ursprüngliche Charakter dieses Viertels weitgehend verschwunden. Aber wer mit offenen Augen durch die immer noch engen Straßen geht, kann so manches Kleinod entdecken.

 

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